Dienstag, 26. April 2011

Bremer Rathaus, der Umbau von 1612

Das Bremer Rathaus ist heute reich verziert und protz mit seiner Fassade im Stil der Weserrenaissance. Das war nicht immer so! Wer sich das mittelalterliche Rathaus vorstellen möchte, muss an der Fassade alles wegradieren, was Schnörkel hat. Die Giebel, der imposante Balkon, die Dachbulastrade und all die kleinen Details - alles wegwischen. Was übrig bleibt ist ein einfacher Backsteinbau mit wenig Zierrat: der Wechsel zwischen roten und schwarz-lasierten Steinen, die Figuren-Reihe mit dem Kaiser und den Kurfürsten und die Propheten an den Seiten.

Das Rathaus sah eher aus wie eine Burg - nicht wie der heutige Palast. Viel zu öde für die Zeit um 1600 - Schnörkel waren 'in'! Also wurde umgebaut.

So wurde auch die Dachkante umgestaltet: der ursprüngliche Wehrumgang wurde durch eine dekorative Balustrade ersetzt. An den Ecken entstanden schmuckvolle, runde Konsolen, mit schützenden Ritter.






 Alle Ecken wurden mit neuen Konsolen versehen - bis auf eine! An der Westseite sieht eine noch aus wie damals: Ein kleines Türmchen ist dort zu finden, wie an einer Burg. Hier ist das Rathaus noch so wie es vor 600 Jahren aussah.






'Getragen' wird dieser Eck-Turm übrigens von einer Figur, die daran ganz schön zu schleppen hat. Der Mann ist einer von vier Baumeistern, die am Bau des mittelalterlichen Rathauses beteiligt waren. Alle vier wurden am Rathaus verewigt, die 'Last des Baus tragend' - und einer von Ihnen schaut heute noch auf das Treiben an den Stadtmusikanten herab.

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