Dienstag, 8. März 2011

Zwei Ritter: Die Herolde am Bremer Rathaus

Am Ostportal des Bremer Rathaus stehen zwei Ritter hoch zu Ross - so als würden sie seit Jahrhunderten das Rathaus bewachen. Doch wie immer war alles ganz anders...



Die Herolde stammen von Rudolf Maison, der sie für den deutschen Pavillon auf der Pariser Weltausstellung im Jahr 1900 entwarf. Da standen sie nun am Eingang und beeindruckten einen Bremer Bankier, der damals in Paris lebte, John Harjes. Herolde gekauft und ab damit nach Bremen. Übrigens zusammen mit zwei Landsknechten, die auf der Westseite positioniert wurden. Die Landsknechte hatten leider Pech: sie waren aus Bronze. Und so wurden sie während des zweiten Weltkrieges zu Kugeln eingeschmolzen. Die Herolde hingegen sind aus Kupfer, weshalb man sie die Kriegsjahre im Bunker abwarten ließ.


Nach dem Krieg wollte man keine Ritter mehr neben dem Rathaus. Krieger waren auch irgendwie nicht angesagt.  Außerdem sollten die beiden dem Rathaus nicht die Schau stehlen. So landeten die zwei im Park der Egestorff-Stiftung.




2003 gaben sie dann ein kurzes Gastspiel am alten Standort, für die Kunst-Aktion 'Verrückungen'. 
Nun wollten viele sie zurück, es gründete sich ein Verein zur Rettung der Herolde. Und siehe da, 2007 kehrten sie endgültig zurück, man baute Ihnen Sockel und eine passende Treppe.



Und so stehen sie nun da, stehlen dem Rathaus die Show und lassen sich knipsen. Und wer genau hinsieht, sieht, wie detailversessen Monsieur Maison arbeitete - bis hin zum Fell der Pferde und dem Muster auf dem Sattel.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen