Samstag, 19. März 2011

Schaurig-schönes Bremen: Tide und Tod

Vollmond - der ideale Zeitpunkt für Gruselgeschichten rund um den Wechsel der Gezeiten:
Wenn man abends spät an der Weser entlanggeht, ahnt man es - das dunkle Wasser war schon immer guter Stoff für Gruselgeschichten...
Wer genau hinschaut kann vielleicht auch hier in Bremen das ein oder andere Meeresungeheuer entdecken, vielleicht gar einen Meermann! Diese uralten Wassergeister leben auf dem Grund des Meeres und warten nur darauf das jemand ertrinkt, auf das sie die armen Seelen in ihren Palästen auf dem Grund des Meeres gefangen halten können. Und manchmal, wenn die Flut kommt, wird auch mal einer dieser Meermänner mit an die Schlachte gespült...wie ihr sie erkennt? An ihren langen, grünen Bärten voller Algen, den stumpfen Zähnen im breiten Grinsen und den Schwimmhäuten zwischen Fingern und Zehen...

Doch noch viel mehr passiert bei Ebbe...seit Jahrhunderten glauben die Küstenbewohner landauf, landab, von Spanien bis Norwegen an die Seelenwanderung bei Ebbe. Denn nur wenn das Meer das Watt freigibt, können die Seelen ins Jenseits hinüberwandern. Ja, man geht gar soweit zu behaupten, dass Menschen nur bei Ebbe sterben könnten.

Bis heute sind dieses Mythen bei den abgeschieden lebenden Völkern erhalten. Abgeschieden lebende Völker? Na, z.B. die Damen und Herren auf den Halligen, den kleinen Nordseeinseln. Die schwören: Bei Flut werden die Kinder geboren und bei Ebbe sterben die Alten. Und mal ehrlich, wenn die es nicht wissen, wer dann

Also, beim nächsten nächtlichen Spaziergang entlang der Weser denkt daran, wem ihr dort begegnen könntet...

1 Kommentar:

  1. Wie wahr...
    schon Aristoteles sagte, dass "von 12, die sterben, 9 mit der Ebbe gehen" also eine uralte Beobachtung. Und irgendwie ja auch beruhigend, dass die Seelen mit den zugewiesenen Zeiten zumindest Gedräng im Flur vermeiden! ;- )

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