Donnerstag, 23. Dezember 2010

Winter-Wonder-Land

Ich gebe zu, in den letzten Wochen hat mich das verdammt viele weiße Zeug das ein oder andere Mal genervt...an den Überstunden an der Haltestelle oder weil viele Führungen kurzfristig abgesagt werden mussten, weil ganze Betriebsausflüge schlichtweg auf den Gleisen festsaßen.
Manchmal habe ich mich gefühlt wie mit 15 - wenn ich morgens noch im Halbschlaf das Radio lauter stellte: in welchem Landkreis fällt die Schule aus und damit auch unsere Stadtführung?
Trotzdem konnte ich mich auch nicht wirklich sattsehen an dem Schnee, auf dem Weg nach Bremen der Blick über die endlosen gefluteten und vereisten Wümmewiesen und an der Uni über die Viehweiden des Blocklands - zum Glück stehen hier keine Berge im Weg rum!!!
Bleibt die Frage, WARUM ich eigentlich vor zwei Jahren meine zwei großen Schlitten verkauft habe um im Keller mehr Platz für - HAHA- Fahrräder zu haben...'schneit ja eh nie'...
So, jetzt aber ein paar Fotos vom geeisten Bremen:










 Euch allen schöne 'Weiße Weihnachten' - denkt dran, wir haben es ja so gewollt! :-)

Montag, 6. Dezember 2010

Nikolauslaufen in Bremen

Heute konnte man wieder eine schöne Bremer Tradition beobachten: das Nikolauslaufen. Ab 17 Uhr sind die Ladenstraßen gefüllt mit vielen kleinen Nikoläusen, die warm eingemummelt von Geschäft zu Geschäft sausen, um Gedichte aufzusagen und dafür Süßigkeiten, Obst und Nüsse zu erhalten.


Und während die Kleinen, verkleidet als Nikolaus oder Heiliger König oder Christkind oder Captain Jack Sparrow, die Läden stürmen, stehen die Eltern draußen und trinken Punsch aus Thermoskannen. Und tragen die Beute.

Besonders schön: Nikolauslaufen im Schnoorviertel. Da liegen die kleinen Läden dicht an dicht und bergen die reinsten Schätze: Postkarten mit Bastelbögen, feinste Schokolade aus der Chocolaterie und natürlich den echten Bremer Babbeler!




Da kam so manch einer stolz auf die Gasse zurück und brüllte 'Mama, Mama, ich hab n gaaaaaanzen Schokoweihnachtsmann bekommen und die vor uns hatten das gleiche Lied, aber gar nicht so schön, hat die Frau gesagt!'



Sonntag, 5. Dezember 2010

Tee trinken im Schnoor? Im Teestübchen!

Als Bremerin und obendrein Stadtführerin muss man sich auch mal daran erinnern, dass das Schnoorviertel nicht nur etwas für Touristen ist...so ging es vor Kurzem mit Muttern im Schlepptau am Weihnachtsmarkt vorbei ins ruhige Schnoorviertel. Und siehe da, fast vier Stunden vertrieben wir uns dort die Zeit und landeten abschließend im Teestübchen an der Wüsten Stätte.
Von außen scheint es sich nur um einen kleinen Laden zu handeln, für Tee und Zubehör - doch es gibt eine extrem schmale Treppe, die in die Gasträume führt.
Auf zwei Etagen finden sich jeweils ca. 15 Plätze an Tischen für 2 bis 8 Personen. Es herrscht himmlische Ruhe, es duftet nach Tee und Kaffee und alles wirkt sehr behaglich. Der Trubel in den Gassen scheint weit weg, nur an den vorderen Fensterplätzen bekommt man einen Eindruck von der Außenwelt.
Man fühlt sich sofort wohl, auf dem Tisch stehen zwei Stövchen und so schreitet man zur Wahl - eine Qual, denn es gibt über 80 Teesorten! Dazu gibt es eine verlockende Kuchenauswahl.
Eine sehr patente Dame nimmt zügig die Bestellung auf und bringt nach entsprechender Wartezeit die Kannen mit dem perfekt durchgezogenen Tee und den Kuchen - stilecht im typisch weißblauen Teegeschirr.
Dazu bringt sie die passenden Zusätze, denn die 'Morgensonne', eine Kräuterteemischung, 'möchte bitte mit Honig genossen werden', die 'Schnoor-Melange', ein Schwarztee hingegen mit Milch. An diese Empfehlung sollte man sich halten - und genießen. Auch den Kuchen: sehr, sehr lecker!
Also ihr lieben Bremer, macht den Touristen öfter mal einen Platz streitig!
Ich trinke ab sofort jeden Morgen 'Morgensonne', den hab ich mir nämlich unten gleich einpacken lassen...

Neu Helgoland

Wer mal wieder richtig weit gucken möchte, der fährt in die nähere Umgebung Bremens. Nichts als Wiesen, Kanäle und endloser Himmel.
Schön ist zu jeder Jahreszeit ein Besuch in 'Neu Helgoland' an der Hamme - etwa 3 km westlich von Worpswede. Klingt komisch, ist aber so.



'Neu Helgoland' ist eine traditionelle Hammehütte, die den Namen 'Neu Helgoland' vor etwa 120 Jahren bekam, als die Deutschen ihre Insel Sansibar gegen Helgoland eintauschten, dass damals den Engländern gehörte. Die Freude darüber war so groß, dass man die Hammehütte, die bei jeder Überflutung wie eine Insel aus der Landschaft ragte kurzerhand 'Neu Helgoland' taufte.

Die erste Hütte war recht klein und entstand, als auf der Hamme noch Torf verschifft wurde. An der Einmündung der Beeke entwickelte sich ein Umschlagplatz und daneben eine Schutzhütte für die Abwicklung der Geschäfte. Bald wurde die Hütte zu einem Kramerladen für Waren aller Art und schließlich zu einer Gastwirtschaft. Das heutige Gebäude entstand 1904 und beherbergt heute eine Gaststätte mit regionaler Küche.

Im Sommer legen hier die Paddler und Ausfugsboote an, im Winter starten und enden hier diverse Kohlfahrten. Lohnenswert ist ein langer Spaziergang durch die Hammewiesen vor allem in den Herbstmonaten, wenn nur wenig Menschen unterwegs sind.






Dann kündet nur der etwas einsam wirkende Parkschein-Automat davon, dass es hier manchmal ganz schön eng werden kann...