Dienstag, 12. Oktober 2010

Um den Pudding gehen...

Heute mal wieder ein Bremer Ausdruck, der für mich völlig selbstverständlich ist, mit dem ich aber bei der Wahlverwandschaft in Mecklenburg-Vorpommern schon ganz schön für Gelächter gesorgt habe: 'Um den Pudding gehen'.
In Bremen geht man gern um den Pudding. Abends vorm Zubettgehen. Um in beleuchtete Fenster zu gucken, wie es denn die Nachbarn so eingerichtet haben. Oder nachmittags, noch schnell, solange die Sonne noch scheint. Oder zwischendurch mal mit dem Hund, der raus muss.
Denn 'um den Pudding gehen' ist kein Partyspiel wie Schaumkuss-Weitwurf oder Schokoladen-Wettessen, sondern ganz simpel ein kurzer Spaziergang, ne Runde um den Block. Zum Briefkasten. Durch die Parallelstraße. Ein Schaufensterbummel.
So nimmt man denn seinen Mantel und den Hut und ruft: 'Ich geh noch mal kurz um` Pudding!'.
HIER versteht das JEDER. In Hamburg auch. Und im nördlichen Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen auch. Sonst aber nich. Im Rest der Republik löst man schallendes Gelächter aus.
Woher komt das nun? Tja...so sicher ist sich da niemand. Es gibt da so eine Theorie: Früher gab es Sonntags zum Kaffee öfter mal nen Pudding. Und weil der nach dem Kochen und vor dem Essen noch abkühlen musste, legte man zwischendrin noch einen kurzen Spaziergang ein, ging also 'um den Pudding'. So einfach ist das also. Wie immer.
Bis zum nächsten Mal, ich geh Pudding kochen und dann 'umzu'...

Kommentare:

  1. *LOL*
    SUPER!
    Klasse!
    Genau!
    Meine Freunde aus Süddeutschland haben mich auch schon mal für bescheuert erklärt für diesen Ausdruck!
    Mädel, weiter so. Ich liebe deinen Blog.
    :-)

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  2. Ich habe diesen Link gerade an meine Freunde in Süddeutschland geschickt.
    :-)

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  3. Ja un wenn wir dabei noch was trinken gehn, heißt es: "Auf´n Swutsch gehn..."

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