Mittwoch, 20. Oktober 2010

Gaußscher Vermessungs-Punkt in Bremen, Ansgarikirchhof

Auf dem Ansgarikirchhof gibt es bei genauerem Hinsehen allerhand zu entdecken, neben der Ansgarsäule, die an Bischof Ansgar und die hier früher befindliche Kirche erinnert, gibt es hier noch eine Bodenplatte zu finden, die einen Gaußschen Vermessungs-Punkt markiert. Genaugenommen befindet sich die Platte zwanzig Meter vom ursprünglichen Mess-Standort entfernt, denn der Kirchturm, den Herr Gauß nutzte, stürzte 1944 ein. An seiner Stelle steht heute das Bremer Carree.

1824 war an das Kaufhaus noch nicht zu denken, damals stand hier mit 103 Metern Höhe der höchste (Kirch-)Turm der Umgebung. Perfekt für Carl-Friedrich Gauß, der sich seine Messinstrumente unter den Arm klemmte und den Turm erklomm. Er war ausgesandt vom Kurfürsten Hannover, das Land zu vermessen - und zwar mit Hilfe der Triangulation, der Erstellung von Dreiecks-Netzen um anhand dieser die Strecken zu ermitteln.

Wer sich noch an die alten 10-DM-Scheine erinnert, der hat Herrn Gauß vor Augen. Außer ihm fand man dort auch noch seine Messgeräte und die Dreiecks-Landschaft skizziert - mit Bremen als winziges Pünktchen.

Ach, und wer in Mathe auch immer ne Fünf hatte, der kann sich mal an diesem Buch versuchen: 'Die Vermessung der Welt' von Daniel Kehlmann, eine lesenswerte Doppelbiografie von Gauß und Humboldt. Als Germanist kommt man um den Bestseller kaum drumrum und mittlerweile ist es in Meck-Pomm sogar Abi-Pflichtlektüre - denn wie sagte der grausame Mathe-Lehrer schon so schön: Die Mathematik begegnet einem immer wieder, egal, was man mal wird. Amen.

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