Als erstes nehmen wir uns ein Kunstwerk vor, das kaum einer kennt: die Ansgar-Säule auf dem Ansgarikirchhof. Ich weiß, dass diese Säule kaum einer kennt, weil dort unsere Führung 'Straßennamen erzählen: Faulenstraße, Wegesende, Kurze Wallfahrt' beginnt und jeder zweite Teilnehmer zuallererst sagt: 'Die seh ich heut zum ersten Mal!'Dabei steht sie hier schon eine Weile, nämlich seit 1965, dem 1100. Todestag des heiligen Ansgar, dem hier gedacht wird. Ansgar war Erzbischof des Bistums Hamburg mit Sitz in Bremen und gilt als 'Apostel des Nordens', da er die Missionierung Skandinaviens vorantrieb. Symbolisiert wird dies auf der Säule durch ein aufgeschlagenes Buch, die heilige Schrift, aus der ein Kreuz, die Kirche hervorgeht und das von einem Schiff getragen wird - nach Skandinavien.
1229 wurde auf dem heutigen Ansgarikirchhof die Kirche St.Angarii errichtet - weil die Bremer bis dahin nur in die heutige Liebfrauenkirche gehen konnten, hatten sie sich nämlich über die geistliche Unterversorgung beschwert. Also baute man die Martini- und die Ansgarikirche. Letztere wurde 1944 bei einem Bombenangriff zerstört und der 103 Meter hohe Turm, der bis dahin der höchste Turm der Stadt gewesen war, stürzte ein.
Zu Füßen der Ansgar-Säule sind heute einige Bodenplatten eingelassen, auf denen man all diese Dinge nachlesen kann. Auch, dass in der Ansgarikirche 1522 die erste evangelische Predigt abgehalten wurde - der Beginn der Reformation in Bremen.
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