Samstag, 18. September 2010

Die Bremer Stadtmusikanten

Zeit für etwas Bremisches!
Nehmen wir das allerbremischste überhaupt. Zumindest für alle Auswärtigen. Für alle Besucher sind die Stadtmusikanten nämlich die absolute Top-Sehenswürdigkeit in Bremen. Klar, gehören sie doch zu Bremen wie das Beck´s und Werder Bremen.
ABER: Uns Bremern sind die vier Tiere relativ - sagen wir - schnuppe. Klar, für Werbung sind sie wichtig, aber sonst? Für uns zählt einzig und allein der Roland!
Die Stadtmusikanten stehen recht versteckt links neben, schon fast hinter dem Rathaus und viele verzweifeln bei der Suche nach ihnen. Was die Bremer dazu sagen, das die wichtigste Attraktion so schwer zu finden ist? 'Umstellen? Auf den Marktplatz? Düwel ok! Da steht ja man schon der Roland!!! Wer suchet, der findet, nech?' Sagen´s und drehen sich ab. Dem Roland zu.
Kein Wunder, zählt er doch schon stolze 606 Jahre, die Stadtmusikanten bringen es auf süße 57 Jahre. Die Jungspunde wurden 1953 vom Künstler Gerhard Marcks geschaffen und neben das Rathaus gestellt - obwohl man sie damals gar nicht hier wollte.
Weil, es ist ja so: Die vier Tiere, die sich auf den Weg nach Bremen begeben sind vier alte, kranke Tiere, die auf ihren Höfen nicht mehr gebraucht werden. Und als Stadt will man ja keine alten kranken Tiere neben dem Rathaus stehen haben. Weil, könnte ja dann jeder kommen. Auch Alte und Kranke.
Aufgestellt wurden sie dann zur Probe (Künstler können ja so hartnäckig sein) und nach einem Jahr waren sie so beliebt, dass die Bremer klein beigaben. Bringt ja schließlich Besuche und damit Geld, so ein Allerweltsmaskottchen. Und so stehen sie da und lassen sich fotografieren- schätzungsweise 157 mal in der Minute.
Und jeder zweite Fotografierte begeht einen großen Fehler! Er umfasst einen Huf des Esels. Eigentlich müsste dann so ein Fernsehshow-Falsch-Verloren-Button dröhnen, denn jedes Mal wenn das passiert, schütteln die anwesenden Bremer die Köpfe und murmeln vor sich hin: 'Ts,Ts, da gibt mal wieder ein Esel dem andern die Hand...'.
Wer´s richtig machen will, stellt sich vor den Esel und umfasst beide Hufe - sieht blöd aus, weil man dann den Hintern in die Kamera strecken muss, aber was muss, dass muss. Und obendrein gibt´s ne Belohnung: Wer die Hufe umfasst, dem geht ein Wunsh in Erfüllung. Sagt man.

PS: Die Stadtmusikanten sind in Bremen übrigens eigentlich nie angekommen, aber das ist eine andere Geschichte....

Kommentare:

  1. Superschön geschrieben. Werde diesen Post allen empfehlen, die mich mal wieder wegen der Stadtmusikanten fragen...
    :-)

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  2. Es macht immer Spass deinen Blog zu lesen, auch wenn man selbst in Bremen zu Hause ist!
    Wir haben gestern eine richtig schöne Ecke gefunden, in der Überseestadt. Hat uns sehr gefreut, wir wollten garnich wieder gehen..
    Grüße Alex

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