
Unsere Urlaubsplanung schreitet voran und Schweden rückt immer näher.
Auf ein Ziel freuen wir uns besonders: Kullabergs Naturreservat, eine zerklüftete Halbinsel an der Südwestküste mit vielen kleinen Buchten und Grotten, die wir schon häufiger besucht haben.
Diesmal jedoch versuchen wir etwas zu finden, von dem wir bisher nichts wussten, das Kunstwerk 'Nimis und Arx' von Lars Vilks. Was nun folgt ist das Absurdeste, was wir seit langem gehört haben (und als Kunstwissenschaftler ist man schließlich einiges gewohnt):
Lars Vilks sammelt seit 1980 Treibholz und fügt es zu einem großen Gebilde zusammen:
http://www.flickr.com/photos/dahlstroms/819563260/ http://www.flickr.com/photos/dahlstroms/2668543656/
Er baute und baute und erst zwei Jahre nach Beginn wurde sein Kunstwerk entdeckt. Man warf ihm vor, keine Baugenehmigung zu haben und drohte mit Abriss. Joseph Beuys kaufte jedoch das Werk und machte es so schwierig, das Objekt - nun sein Eigentum - entfernen zu lassen. Es folgten jahrelange Rechtsstreits, das Werk wuchs und wuchs. 75 Tonnen Treibholz und abertausende Nägel später, steht es immer noch. Ein Teil von ihm wurde in das 'Moderna Museet' in Stockholm verbracht, der Rest ist über die Klippen weiterhin frei zugänglich.
Doch es scheint nicht ganz einfach zu sein, das Werk zu finden: Mit dem Auto geht es kurz vor Mölle rechts bis zum Ende des Himmeltorpsvägen zum Himmeltorps Gard . Dann parkt man (laut Insiderhinweisen) auf dem zweiten Parkplatz und kraxelt dann 1,5 km durch den Wald die Klippen hinunter - immer den gelben 'N's an den Bäumen nach.
Und nun das Beste: Lars Vilks ist mittlerweile Kunstprofessor. Er hat den Freistaat Ladonien ausgerufen - und sein Werk zum Nationalmonument erhoben. Ladonien wird bisher von keinem anderen Staat anerkannt und existiert rein virtuell, hat aber stolze 15.000 Staatsbürger. Ladonischer Staatsbürger kann jeder werden, der Beitritt ist kostenlos und für 12 US-Dollar gibts sogar nen Adelstitel dazu. Als Freiherr von Ladonien kann man dann stolz die Flagge Ladoniens schwenken: ein grünes Kreuz auf grünem Grund. Oder der Nationalhymne lauschen: einem Stein, der ins Wasser fällt.
Da sag noch mal einer, das Reisen nicht bilden würde! :-)
Und für alle, die mehr wissen möchten noch der Link zum Wikipedia-Artikel über Ladonien: http://de.wikipedia.org/wiki/Ladonien
AntwortenLöschenDanke! Ich liebe Blogs, bei denen man was lernt!
AntwortenLöschenSuper Post!
Ich checke jetzt mal alle Links!
:-)))
Dankeschön, ich freue mich riesig, dass dir meine Kunst gefällt...wirklich :-))) Ich meine, wenn man deinen Blog so liest, dann merkt man, dass du ziemlich gebildet und ein schlaues Köpfchen sein musst und dann auch noch dieser Job, bei dem du so viel Kunst in unserer tollen Stadt siehst... und wenn dann so jemand meine künstlerischen Ergüsse mag, dann ist das wirklich toll.
:-)))
Ich hätte wirklich nie gedacht, dass meine Bilder so gut ankommen...ich hyperventiliere fast vor Freude bei jedem positiven Kommentar, weil ich das nie für möglich gehalten hätte...ich hatte sogar schon mal ein paar Jahre mit dem Malen aufgehört, weil ich dachte, dass es eh niemanden interessiert aber jetzt sprudeln die Ideen nur so aus mir heraus, weil mich die vielen lieben Kommentare so inspirieren.
AntwortenLöschen:-)))
Echt schön...ich fühle mich wie neugeboren nach längerer Zeit der Kunst-Abstinenz...
:-)))