Sonntag, 15. August 2010

La Strada

Ein wunderbar buntes Wochenende neigt sich dem Ende, ein Wochenende im Zeichen der Straßenkunst. Da gerät alles aus den Fugen, nichts ist mehr normal. Keine Führung verläuft geplant, plötzlich steht man mitten im Walking Act oder wird aufgrund des mittelalterlichen Kostüm selbst für eines gehalten. Und alle schauen dich an und warten auf den Rückwärts-Salto. Respekt vor denen, die genau das tun.



Meine
Highlights der letzten drei Tage waren drei echte Überraschungs-Acts:

Zu allererst 'Slagman Productions', 'Pop Up' aus der Holzkiste. Zwei Männer spielen Kasperltheater und springen in unterschiedlichsten Paarkombinationen hervor. Die Geschichten entstehen durch Bilder an einer großen Tafel hinter ihnen, nicht mit Kreide sondern mit einem Schwamm. Immer wieder neu, immer wieder anders. Immer überraschend.

Dann war da 'Senor Stets', der als Mime den Börsenhof beschlagnahmte und seine Zuschauer aus dem Staunen nicht mehr herauskommen ließ - wie macht er das? Seile bewegen sich wie Schlangen, sein Koffer scheint keinen Boden zu haben und vor allem: TUT DAS NICHT WEH???
Angelhaken, Mausefallen und ein vom Seil zerschnittenes Gesicht in bester Horrorfilm-Manier - Hut ab und voll machen mit all unseren Restmünzen!

Der Mann mit den großen nackten Füßen ging die Wände hoch, drehte sich im Seil ein und manipulierte was das Zeug hielt. Eine fantastische Location für die beste Show, die ich je gesehen haben - Senor Stets ist absolut unglaublich!


Und letztlich waren da noch 'Le Tennis' mit ihrer Keulenjonglage - unfassbar für jeden der nicht mal richtig einen Ball fangen kann. Keine Schläger, keine Bälle, nur Keulen. Und ein extrem hibbeliger Schiedsrichter, der das aufregende Spiel fachmännisch kommentierte. Wie waren noch gleich die Regeln? Wozu Punkte zählen, macht doch so viel mehr Spaß! So viele begeisterte Gesichter habe ich lange nicht gesehen, drei Männer, perfekt aufeinander abgestimmt - zwei mit Keulen auf dem Rasen und einer mit einer ohrenbetäubend quietschenden Trommel auf dem Schiedsrichtersitz.


Ach ja, und da
wir uns in Bremen befinden - was passierte am Sonntag um punt vier Uhr? Es begann zu regnen. Wäre ja auch seltsam gewesen. Aber wozu gibt es Plastiktüten und das La Strada-Programmheft, da ist ganz schnell eien Regenschutz gebastelt. Und dann gehts weiter. Und wer durchhält wird endlich belohnt - mit freier Sicht oder gar einem Sitzplatz.
Dankeschön und bis nächstes Jahr!

1 Kommentar:

  1. Oh!
    Habe ich dieses Jahr wohl verpasst, habe irgendwie den Termin nicht mitbekommen.
    Aber danke für den schönen Bericht!
    Diese Le Tennis hätte ich auch gerne erlebt :-)
    Tja, Regen...aber dafür war es ja warm...fühlte sich also an wie eine angenehme Dusche, als ich von der Probe nach Hause ging.
    :-)))

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