Mittwoch, 4. April 2012

Das Café Sand am schönsten Strand Bremens...

Mooooment! Strand?

Ja. Denn Bremer wissen: Für Sand zwischen den Zehen kann man an die See fahren. Muss man aber nicht.


Man kann sich auch einfach das Fahrrad schnappen und ins Viertel fahren.
Nur wenige Minuten von der Altstadt entfernt geht es dort auf die Sielwall-Fähre, die Picknicker, Sonnenhungrige und Stadtmüde
-schwuppschwuppeinmalgewendet-
auf die andere Weserseite bringt. 





Zwei Minuten und 1,70 Euro später sieht die Welt ganz anders aus.


Das kleine Glück in Form eines Strandkorbs. Möwenkreischen, Schiffshupen, johlende Kinder und die unverkennbaren Geräusche von Beachvolleyballfeld. Alle drei Minuten der Ruf "Jesper/Walter/Lena-Marie/Leeeeeeoooon, deine Pommes sind da!". Schön.
Der Blick auf die alten Villen und Stadthäuser am Osterdeich, links die Altstadt, rechts das Weserstadion.


Und so geht's zum Kurzurlaub:


Mit dem Rad oder dem Auto:
Von der Wilhelm-Kaisen-Brücke in die Werderstraße, die zum Kuhhirtenweg wird. Beim Gasthaus "Zum Kuhhirten" zweimal links abbiegen und den Schildern folgen.

Mit der Fähre:
Die Hal-Över-Fähre ab Osterdeich auf Höhe Sielwall, Flusskilometer 365, setzt im Minutentakt über. Die Preise liegen 2012 bei 1,40 Euro für eine Fahrt, 1,70 Euro mit Rad. Für 2,30 Euro bzw. 2,60 Euro kommt man sowohl hin als auch zurück. Ein Kind kostet 0,60 Euro, ein Hund 0,60 Euro.


Montag, 21. November 2011

Käpt'n Hook's rechter Arm? Balkenhol's 'Seemannsarm' in Bremerhaven!

Was liegt denn da in Bremerhaven rum? Ein Holzbein - äh - -arm.

Wem der wohl gehört? Mal sehen...Wir haben rissige Hände...große, kräftige Hände - also ein Arbeiter! Wir haben gegerbte Haut - Wind? Salzwasser? Zu viel Sonne? Auf jeden Fall arbeitet er draußen. Muskulöse Arme - also harte Arbeit. Landwirt? Seemann? Bauarbeiter?
Da, noch ein Hinweis - eine Tätowierung auf dem Unterarm, linkisch ausgeführt - selbstgemacht, fernab der Heimat? Eine nackte Frau - wohl zu viel Kerle um ihn herum. Also eher Seemann als Landwirt.
Macht ja auch Sinn, so vor dem Deutschen Schiffahrtsmuseum...



Ein Kunstwerk zum Anfassen von Stephan Balkenhol, der dem 'einfachen Mann' ein Denkmal setzt - so wie auch mit dem 'Mann mit Vogel' in Bremen.

Montag, 17. Oktober 2011

Warum ist 'Alles in Butter'?

Weil Butter die Noppenfolie des Mittelalters war!
Aber von Anfang an: 'Alles in Butter!' ruft man aus, wenn alles in Ordnung ist. Auch im Mittelalter war dann alles in Ordnung und zwar die Ware - die war nämlich 'in Butter': eingegossen zum Schutz vor Stürzen auf den langen Handelswegen.
Glas war damals unglaublich teuer und wurde vornehmlich aus Venedig durch die größten Stürme in die ganze Welt verschifft - oder auf rumpeligen Straßen landeinwärts gefahren. Bekam der Fürst dann nur noch Glassplitter geliefert, konnte dieser natürlich recht ungehalten werden. Und so kamen die Händler auf die glorreiche Idee, flüssige Butter über die Gläser zu gießen, die dann aushärtete und die Ware schützend umgab - so konnte man das Glas transportieren ohne dass es Schaden nahm. Am Bestimmungsort wurde die Butter dann wieder erhitzt und anschließend die Gläser fleißig poliert...
Wer mehr Spannendes über das Mittelalter erfahren möchte, ist bei unserer Führung '1451 - Eine Reise ins Mittelalter' richtig - jeden Sonntag um 14:30 Uhr startet am Roland unsere Zeitmaschine!

Mittwoch, 10. August 2011

Was ist ein Semaphor?

Heute lernen wir mal wieder richtig was!
Wer in Bremerhaven an der Weser lang spaziert, etwa unterhalb des Zoo am Meer, der steht plötzlich vor einer seltsamen Stahlkonstruktion:

Nun, denkt sich der geneigte Betrachter...B? H? Breite und Höhe? Backbord und H...ja was? Nein, es ist alles ganz anders! B = Borkum und H = Helgoland. Aha! Und wieso das? Dieses Ding hier zeigte früher den Seeleuten die Windrichtung und Windstärke vor Borkum und Helgoland an. Die 4,5 Meter langen Zeiger in den Windrosen zeigen die Windrichtung und die sechs 1,5 Meter langen Zeiger oben drüber zeigen die Windstärke. Ein Zeiger bedeutet zwei Windstärken, eine Windstärke wird durch einen halbhohen Zeiger markiert. Mal ein Beispiel:


Borkum (links): Der Wind weht aus nördlicher Richtung mit Windstärke 3.
Helgoland (rechts): Der Wind weht aus nördlicher Richtung mit Windstärke 6. 
 Bei Windstille werden alle oberen Zeiger eingeklappt und die Windrosen zeigen nach Süden.

Und woher weiß das Ding das nun alles?
Ganz einfach: Alle zwei Stunden bekommt es neue Daten vom Deutschen Wetterdienst 'zugespielt' und ist damit immer auf dem aktuellen Stand. Früher stand das Ding an der Außenweser und wurde natürlich von Hand bedient - zur Sail 2005 wurde es unter Verwendung einiger Originalteile rekonstruiert und an der Schleuse wieder aufgestellt. Einen komplett im Original erhaltenen Wind-Anzeiger gibt es übrigens noch in Deutschland, für den muss der Bremer aber noch etwas weiter fahren, nämlich nach Cuxhaven. Da steht er seit 1884 und verrichtet unermüdlich seine Arbeit.

Ach ja, und wie heißt das Ding nun?
Es heißt Semaphor oder noch etwas genauer 'Wind-Semaphor'.

So, wieder was gelernt.


Freitag, 22. Juli 2011

Wüstestätte - Eine wüste Stätte?

 
Im Bremer Schnoor-Viertel gibt es einen kleinen Platz (eigentlich ist es eher ein Plätzchen...), das den seltsamen namen 'Wüstestätte' trägt. Nein, natürlich gab es hier keine Wüste im kühlen Bremen und auch wenn der Platz heute vollgestellt ist mit Souvenirs und Postkartenständern sieht es eher beschaulich aus als unordentlich, also was ist der Grund für diese Bezeichnung?


Bis ins 16. Jahrhundert wurden leerstehende, ungenutzte Häuser 'woste stede' genannt - von solchen ist im Mittelalter immer die Rede, wenn jemand z.B. ein altes, heruntergekommen Haus kauft.
1659 gab es einen Brand im Schnoorviertel, das ganze Areal um unseren kleinen Platz brannte nieder und lag lange brach - also eine richtige 'wüste Stätte' mit mehreren heruntergekommen Häusern.
Erst 100-150 Jahre später wurden hier neue Häuser gebaut. Die kleinen Häuser rund um die Wüste Stätte sind also gar nicht so alt, wie viele denken: Sie sind von 1751 bis 1861 entstanden.